Sonntag, 7. Juni 2020

Rassistische Polizeigewalt - nicht nur in den USA

Polizeigewalt und Rassismus - zwei menschenverachtende und menschenrechtsverletzende Dinge im Tateinheit - das gibt es nicht nur in den USA, wo kürzlich im Zuge eines brutalen Polizei"einsatzes"** der Afroamerikaner George Floyd ermordet wurde.

** ich würde das eher Übergriff nennen

In Deutschland wurde 2012 Christy Schwundeck getötet - ebenfalls bei einem Polizeieinsatz. Christy hatte im Jobcenter nach 10 EUR Sofortauszahlung gefragt, nachdem sie schon lange ohne Geld war.



Oury Jalloh befand sich Anfang 2005 in Polizeigewahrsam in Dessau und verbrannte in seiner Zelle. Die Aufklärungen seines Todes bzw. seiner Ermordnung selber verliefen skandalös - laut neueren Gutachten gilt aber als sicher, dass er vor seinem Tod schwer misshandelt worden war und selber ohne Brandbeschleuniger niemals so ein Feuer hätte legen können, zudem er ja noch am Bett fixiert war.

Letztes Jahr (2019) kam in Folge von Gewalt durch Sicherheitsdienstmitarbeiter ein schwarzer Psychiatriepatient in Hamburg zu Tode, der seine Pillen nicht sofort einnehmen wollte. William Tonou-Mbobda wollte statt dessen auf dem Hof der Klinik ein wenig ausruhen und für sich sein...

Dies sind nur drei traurige Beispiele.

Ein Demoschild in Berlin zeigte es deutlich: "Rassismus ist nicht gerade neu aufgekommen, er wird jetzt nur gefilmt" stand darauf sinngemäß.

Aber es braucht nicht bloß Demos sondern antirassistische Arbeit und Prävention, Bewusstmachung und Verhaltensänderung - nicht bloß privat sondern vor allem auch in den Strukturen, die derzeit Macht über andere ausüben.
"Keine Macht für Niemand" wäre auch ein Beginn... worauf dann ein Anti-Rassismus-Training viel besser aufbauen könnte.

Falls hier jemand liest und meint "aber Verbrecher, Auffällige oder Verdächtige muss man doch schnappen und bestrafen" - also vor allem in Hinblick auf die "Gründe", die angeblich vorliegen, um (Schwarze) Menschen zu töten oder deren Tod in Kauf zu nehmen:

Nein, muss man nicht.
Zählen Menschenrechte mehr als nachranginge Interessen, wozu auch gehört, sich im Rahmen einer Maßnahme "erfolgreich durchzusetzen" (koste es was es wolle), lässt man die Leute eher laufen als ihnen so fatal zu schaden...
Viele würden gar nicht in Jobcenter, Knäste, oder Psychiatrien kommen, wenn Menschenrechte für alle Usus wären.

In Gedenken an die Opfer von Polizeigewalt und die Opfer von Rassismus,
die Blogbetreiberin


1 Kommentar:

  1. In Berlin beim Einkauf im "Rossmann" wird einer Schwarzen Kundin Betrug vorgeworfen, weil "eine Schwarze wie sie" gar keine "solche Bankkarte" haben könne.
    https://bewerbungstrainingfuerdenbundestag.blogspot.com/2020/06/rassismus-beim-einkaufen.html

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